SMX 2020 – Virtual Edition | Recap unserer Top 11

„Digital will become even more important, than it was before Corona“

Sandra Finlay

Einleitung

Das war sie– die erste virtuelle Edition der SMX 2020S Munich, eine der wichtigsten deutschen Konferenzen zu SEO und SEA. Sandra Finlay leitete treffend ein mit „Digital will become even more important, than it was before Corona“ denn die SMX fand diesmal rein digital statt. Prall gefüllt mit Insights, mit Handlungsempfehlungen und Inspirationen, vermittelt von Online-Marketing-Größen wie Jono Alderson, Martin Röttgerding, Emily Potter, Frederick Vallaeys, Michelle Morgan, Brad Geddes, Martin Ender, Andy Crestodina, Markus Hövener und Christian Kunz. Für alle die nicht teilnehmen konnten hier schonmal unsere Top 10 zusammengefasst.

Leider sind ein paar Slides noch nicht zur Verfügung gestellt worden. Sollten aber in ca 1 Woche da sein. Wir bitten um Verständnis 🙂

Übersicht unserer Top 10 SMX Beiträge

  1. Jono Alderson: What Happens When Everybody’s Website is Fixed?
  2. Martin Röttgerding: Connecting the Dots: Mit Googles Infrastruktur zu optimalen SEA-Kampagnen
  3. Emily Potter: Your SEO Experience is holding you back
  4. Frederick Vallaeys: Help! Google is Giving my Competitors too much Automation! How to Un-Level the Playing Field and Win…
  5. Michelle Morgan: Using PPC to Fill the Top of the Funnel: Building Awareness Campaigns in Facebook & LinkedIn
  6. Bastian Grimm: Top Performance Score with Lighthouse
  7. Brad Geddes: Lessons learned over 21 Years of Managing PPC Accounts
  8. Martin Ender: Erweiterte Automatisierung für Google Shopping- und Suchanzeigen
  9. Andy Crestodina: Outranking your Competitors with Thought Leadership
  10. John Müller: Technical Onpage & Onsite Clinic
  11. Markus Hövener & Christian Kunz: SEO Fine Tuning Session

Jono Alderson | What Happens When Everybody’s Website is Fixed?

Jono Alderson stellte zugegeben etwas provokativ die Frage, was wäre wenn alle Webseiten gefixt wären. Gemeint war damit, was wäre wenn alle Seiten so wären, wie Suchmaschinen bzw. DIE Suchmaschine sie gerne hätten. Und prophezeite damit etwas apokalyptisch den Untergang der individuellen (alten) Webseiten-Generation. Kern war die neue Art wie Google Webseiten sieht und sehen will, nämlich standardisiert. Geht es immer weniger um Klicks, also Webseiten-Traffic, sondern um die Bereitstellung (bestenfalls direkt in Google) von Lösungen nach denen User suchen.

Take-Aways

  • Googles Suchergebnisse werden immer mehr zu „reichhaltigen Medien“ in denen Klicks (und damit Webseitenaufrufe) immer obsoleter werden. Man solle sich vom Klick als KPIs lösen, indem man weg von einer Content- hin zu einer Solution-Strategie kommt.
  • Als Königsweg wird eine siebenstufige Pyramide empfohlen (Siehe Slides) in denen die Google-getreue Standardisierung hinzu einer PWA mittels Schema.org und AMP das Internet der Zukunft sein wird.
  • Begreift man Google nicht als Suchmaschine, sondern als Platform und „fixt“ die eigene Webseite dementsprechend bleiben nur noch zwei KPIs übrig: Trust und Fit. Und dies wiederholt Alderson mehrfach: „You have to be a good, no – perfect Fit“.

Zum Abschluss witzelt Alderson, dass man sein Storytelling nicht so ernst nehmen sollte und sich, anstatt über Google zu beschweren, lieber zu neuen Ordnung des Internets beitragen sollte als daran unterzugehen.

Martin Röttgerding | Connecting the Dots: Mit Googles Infrastruktur zu optimalen SEA-Kampagnen

Mit mehreren SEA-Kunden, vielen Accounts, noch viel mehr Kampagnen und nahezu unzähligen AdGroups, Keywords, Anzeigen und Anzeigenerweiterungen präsentiert Röttgerding Ansätze, wie „Ordnung in das Chaos“ gebracht werden kann, und zwar auf logische datengeleitete Weise (perspektivisch vielleicht sogar automatisiert). Ziel ist es möglichst relevante Anzeigen schalten zu können, mittels Cross-Referencing von Daten aus mehreren Quellen (Hier: Produktdatenfeed, Google Ads, Google Analytics und Amazon).

Take-Aways

  • Zum Optimieren der Sitelinks zieht referenziert man sich die Daten aus Ads, Analytics und dem Produktdatenfeed mittels der Produkt-ID. So kann man beispielsweise beim Bewerben eines bestimmten Laptops in den Sitelinks vergleichbare Modelle ausspielen, statt einfach auf eine Übersichtsseite zu verweisen.
  • Zum Aktuell-Halten von Rabatten, Lagerbeständen oder Mindestpreisen kann man mit Platzhaltern in Customized Ads arbeiten. Dann entstehen relativ aktuelle Anzeigen wie z.B. „In unserem Shop befinden sich 412 verschiedene Laptop-Modelle ab 249€. Bestellen Sie noch diese Woche um einen Rabatt von 29% auf Ihre Bestellung zu erhalten“
  • Für mich ein besonderes Schmankerl, dass ich letztes Jahr auf der SMX verpasst hatte war die Möglichkeit zur Übertragung von Google Ads in Amazon Sponsored Products. (Siehe Slide 66)

Auch wenn Röttgerding aus der Programmatischen Ecke kommt, so versicherte er, dass diese Automatisierungs-Ansätze theoretisch auch ohne Coding-Skills möglich sind, er allerdings verwendet PHP 😉 Schaut man sich den unteren Screenshot an zum Thema „Wie kann man die Breadcrumbs der Produktseite verwenden?“ sieht man, dass es mit ein bisschen Übung möglich ist – wer also ein neues Feierabend-Hobby sucht …

Verwenden der Produktseiten Breadcrumbs in der SEA Kampagne?

Emily Potter | Your SEO Experience is holding you back

„We all are bad at SEO“

Emily Potter

Emily Potter ist erst 2018 im SEO Business und fordert die guten alten Best Practices heraus. Und das zurecht! Ihre Erfolgsrate ist deutlich höher als die altgedienter Kollegen. Meta-Description? Hatte in 91% der durchgeführten A/B Tests von SearchPilot keinen Einfluss und Potter überrascht daran nur, dass es in 9% der Fälle doch etwas ausmachte. Außerdem ist SEO, wenn man zu den Top 5 Ergebnissen zählt, ein komplett anderes Spiel, als für alle anderen Webseiten.

Take-Aways

  • Testen, testen … TESTEN. Früher sinnvoller Suchmaschinen Optimierungen mögen sich heute negativ auswirken. Statt Meinungen sollte man sich lieber einfacher A/B Tests bedienen, dann gibt es kein „ich habe aber viel mehr Erfahrung“ mehr.
  • Die meisten Tests bei SearchPilot laufen übrigens 3 Wochen lang.
  • Je transaktionaler und damit essentiell für die Monetarisierung, desto weniger Risiko sollte man bei der Experimentalbedingung des A/B Tests fahren. Außerdem empfiehlt Potter nicht immer stupide 50/50 Tests durchzuführen, sondern ruhig kreativ zu sein. Inspirationen gibt es in ihrem Blog.
  • Die Traffic-Schwelle für sinnvolle Test liegt bei SearchPilot bei 1000 (organischen) Sessions pro Tag.

Eine Prämisse die Potter immer wieder vorausgestellt hat war: „We all are bad at SEO“ und „We don’t know what a ranking-factor is anymore“. Und wenn man seine eigenen üblichen Handgriffe hinterfragt, kann man eigentlich nur im Ranking gewinnen, denn Google ändert die Regeln des Spiels laufend.

Frederick Vallaeys | Help! Google is Giving my Competitors too much Automation! How to Un-Level the Playing Field and Win…

Frederick Vallaeys von OPTMYZR spricht an was viele schon länger bemängeln: die zunehmende Automatisierung und damit einhergehend der Kontrollverlust in Google Ads. Im Kern, sagt Vallaeys, muss man lernen mit Maschinen zusammen zu arbeiten, statt sich über den technischen Fortschritt zu beschweren, Denn irgendwann wird Google die MatchTypes ganz auflösen und nur DSAs erlauben. Wer es bis dahin noch nicht gelernt hat …

Take-Aways

  • Google kann vieles gut, vieles nicht. Perfekt um mit den Automationen mit zu lernen. Manche Automationen funktionieren in bestimmten Kontexten nämlich besser (schlechter) als andere. Hierzu unbedingt in den OPTMYZR Blog schauen.
  • Automationen können auch als Chance begriffen werden, sich immer mehr mit den eigentlich entscheidenden Anzeigen-Bestandteilen zu beschäftigen: dem was die User sehen – die Anzeigen. Statt viel Zeit mit CPC Anpassungen zu verschwenden, sollten Sie lieber nach der perfekten Headline, dem ansprechendsten Produktbild, den besten Beschreibungen streben.
  • Mit cleveren Ad Scripts und APIs kann man die Automatisierung für einen arbeiten lassen, z.B. um mit den exakten Longtail Keywords zu helfen. Natürlich bietet OPTMYZR ein Tool für Marketer ohne Programmierkenntnisse, in welchem mit simplen Plug n Play die eigenen Automatisierung erstellt werden kann

Man muss Vallaeys zugestehen, dass einige wertvolle Insights im OPTMYZR Werbeblock enthalten waren. Durch den Blog (und natürlich viele andere Blogs von SEA Agenturen) ist es heutzutage eigentlich kein Problem sich das nötige Wissen anzueignen, um zu lernen mit Maschinen zusammenzuarbeiten, statt dagegen.

Nicht alle Automatisierungen funktionieren gleich gut

Michelle Morgan: Using PPC to Fill the Top of the Funnel: Building Awareness Campaigns in Facebook & LinkedIn

Michelle Morgen, vielen vermutlich bekannt vom YouTube-Channel Paid Media Pros, gab ein kurzen aber vollgepackten Einblick, wie auch der Top-Funnel mit PPC Marketing (v.a. Facebook & LinkedIn) gefüllt werden kann. Dabei ging es vornehmlich um Facebook und LinkedIn Lookalike Audiences, Placements und Tipps zur CPC-Optimierung.

Take-Aways

  • Nur Mut bei Lookalike Audiences, sie funktionieren auch mit etwa 50% der von Facebook und LinkedIn empfohlenen Schwellen.
  • Bei Facebook nicht nur auf den Newsfeed konzentrieren, sondern versuchen von sich aus mehrere Perspektiven einzunehmen. Was immer funktioniert ist einfach alle Platzierungen zu bespielen und dann nach und nach performance-orientiert auszuschließen (Außer die Anzeigen sieht von vorneherein schlecht bei einer bestimmten Platzierung aus).
  • LinkedIn bleibt die beste B2B Plattform. Großer Vorteil ist die Akuratheit der angegeben Informationen, was das Targeting zwar teurer aber wertvoller macht. Kleiner Tipp: Falls man ein bestimmte Job Titel bietet (zB Senior Level Marketing) kann man ebenfalls mittels AND auf Tätigkeitsfeld und (AND) Hierarchieebene (Senior Level) bieten, das spart einem zumindest ein paar Cent pro Klick.

Insgesamt ein sehr detaillierter Vortrag mit vielen kleinen Quick Fixes, die hier selbstverständlich nicht alle wiedergegeben werden können. Auf jeden Fall lohnt es sich einige Videos der Paid Media Pros zu dem Thema anzugucken.

Bastian Grimm | Top Performance Score with Lighthouse

Bastian Grimm hat sich typische SEO Herausforderungen für E-Commerce-Plattformen angeschaut und basierend auf über 100 technischer SEO-Audits 10 Tipps und Best Practices (und ein paar mehr ;-)) zusammengefasst. Besonderen Fokus hat er hierbei auf Kategorie- und Produktdetailseiten gelegt und wie bestenfalls mit diesen in Bezug auf Indexierung, facettierte Navigation, Out-of-stock-products usw. umgegangen werden sollte.

Take-Aways

  • Bei der Verwaltung mehrerer Versionen/Varianten, Farben etc. nicht mit einzelnen Links arbeiten
  • Duplizierte Produktseiten vermeiden für Produkte, die über mehrere Kategorien aufrufbar sind
  • Duplikate vermeiden für Brands, die über eine Filterfunktion und eigene Landing Pages aufrufbar sind
  • Indexierung der Facettierte Navigation gezielt steuern
  • Out-of-stock Produkte aus dem Index nehmen
  • Bei der Indexierungsstrategie festlegen, welche Seiten wirklich sinnvoll sind, Keyword Targeting beachten und den Umgang mit paginierten Seiten prüfen
  • Wiederkehrende Elemente auslagern/nachlagern um Content Qualität zu gewährleisten
  • Nutzung von Structured Data
  • Saubere Sitemap zur Verbesserung der Auffindbarkeit
  • Nutzung von AMP für E-Commerce funktioniert mittlerweile ganz gut

Kurz vor Ende der Session hatte Bastian noch weitere snackable Tipps zu Themen wie dem Umgang mit URL-Parameter für Tracking, der internen Suche, wenn Kategorien unbenannt/gelöscht werden uvm.. Mit seiner Präsentation hat Bastian mal wieder genügend Hausaufgaben für die nächsten Wochen zur Verfügung gestellt, die es erstmal zu analysieren und umsetzen gilt.

Möglichkeiten mit OOO-Situationen umzugehen?

Brad Geddes | Lessons learned over 21 Years of Managing PPC Accounts

Brad Geddes hat einen super Vortrag gehalten, vor allem für Agenturen die skalieren wollen, oder gerade am wachsen sind. Jetzt ist die Zeit Standard-Prozesse zu etablieren, für die Geddes praktischerweise die Entscheidungsbäume liefert. Natürlich geht auch hier um Googles fortschreitende Automatisierung und „timeless priciples“, an die man immer denken sollte.

Take-Aways

  • Wenn Sie als Agentur wachsen wollen und gerade wachsen, dann etablieren Sie Prozesse jetzt! Alle Ungereimtheiten die jetzt existieren skalieren mit und sind mit größerer Personenanzahl, Abteilungen, … nur unter größtem Aufwand zu beseitigen (Gerne hierfür von Geddes‘ Slides inspirieren lassen).
  • Lassen Sie die Bidding-Algorithmen für sich arbeiten und denken Sie mal wieder an den Menschen hinter dem Klick. So können Sie sich aufs Wesentliche konzentrieren, ohne wie ein Pfennigfuchser die CPCs manuell anzupassen.
  • Vertrauen Sie Automatisierungen, aber testen Sie sicherheitshalber A/B. Manche Geschäftsmodelle versteht Google noch nicht so super, hier sollten Sie nicht blind vertrauen.
  • Machen Sie Produktivitäts-Management. Schaffen Sie das meiste von 10-12:00? Dann vereinbaren Sie Kundengespräche lieber Nachmittags, um von der sozialen Situation und Ihrem Gesprächspartner*in die Energie zu beziehen.

Es waren wirklich viele Inputs aus allen Bereichen (Lebenslagen kann man fast sagen) die Brad Geddes geliefert hat. Und das immer mir hübschen, leicht umzusetzenden Entscheidungsbäumen. Vergessen Sie nicht den Blick in seine Folien. Sein empfohlener Blog: adalysis.com/blog

Martin Ender | Erweiterte Automatisierung für Google Shopping- und Suchanzeigen

Bei Martin Ender ging es um ein sehr spezielles Thema, das oft nicht ausreichend beachtet wird: Die Qualität des Produktdatenfeeds. Man kann sich im Nachhinein viel Arbeit ersparen und vieles Automatisieren, wenn man initial Sorgfalt walten lässt. Dabei gab es eine Menge Input zur Produktdatefeedoptimierung und zur Kombination von Search- & Shopping Ads.

Take-Aways

  • Hauptproblem vieler Datenfeeds ist Unvollständigkeit und/oder das Nicht-Ausnutzen von Beschreibung und Titel.
  • Einige QuickFixes für Ihren Titel? Marke ganz vorne in den Titel; Farbe & Größe ans Ende des Titels (Apropos: keine Spezial-Farben wie Magenta in den Titel, sonder blau, gelb, …). Keyword-Insights ebenfalls für den Titel nutzen.
  • Bilder sollten Sie zumindest A/B testen. Generell funktionieren von Models getragene bzw präsentierte Artikel meist besser.
  • Verwenden Sie Labels um effizientere Gebotsstrategien verwenden zu können. Labeln Sie Ihre Produkte nach Bestseller, Hohe Marge oder Sale. Teurere Produkte können beispielsweise einen höheren CPC vertragen, als günstigere.
  • Eine Kombination aus Search & Shopping performt laut eine Studie von Google besser, als nur ein Kampagentyp. Positive Auswirkungen zeigen sich in Sichtbarkeit, Impression-Share und ROI. Außerdem lassen sich Produktfeed-basierte Textanzeigen sehr schnell erstellen.

Gerade bei einem solch speziellen Optimierungsobjekt wie dem Produktdatenfeed, kann ich hier nicht vollumfänglich alle Tipps und Tricks auflisten. Zum Glück bietet Martin Ender regelmäßig Webinare an und ist auch über LinkedIn gut zu erreichen.

Andy Crestodina | Outranking your Competitors with Thought Leadership

Andy Crestodina ist bekannt für seine genialen Blog-Artikel und sein Gespür für die richtige Mischung aus Controverse und praktischen Inhalte. Er erklärt was „Thought Leadership“ bedeutet und wie man durch diesen Denkansatz (mittels 6 Punkten) zu neuen Content Marketing Shären aufsteigt. Unter anderem durch: originelle Forschung, Haltung zeigen und unangenehmen Fragen.

Take-Aways

  • Publish Original Research startet mit einer guten Hypothese „Wie lange lebt eine Website?“ „Was ist eine gute Bounce Rate?“ und so weiter. Sein Tipp: Welche Fragen sind in unserer Branche unangenehm? Worüber redet jeder, aber keiner macht’s? Klar Forschung ist aufwändig, aber Zeit ist linear, Erfolg jedoch exponentiell.
  • Take A Stand „Habe eine starke Meinung und sei bereits daneben zu liegen“. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Beitrag von Emily Potter mit „Your SEO Experience is holding you back„. Wie in der medialen Berichterstattung tragen Kontroverse, Überraschung und Bad News zum Nachrichtenwert bei (Siehe die Aufmerksamkeit, die dieser Post bekommen hat).
  • Have A Strong Personal Brand: Follower helfen immer, nicht nur als sichere Leser*innenbasis, sondern auch als Multiplikatoren. Eine starke Marke kann selbstverständlich auch eine Unternehmensmarke sein, man denke an Appel oder Google. Als Solo-Artist wirken Verlinkungen auf die eigene BIO Page Wunder.
  • Contribute to other Sites: Im Prinzip geht es beim Content Marketing ja doch um SEO, also sollte mein keine Gelegenheit ausschlagen als Gastschreiber*in, Interviewpartner*in und als Zitatgeber*in für andere Blogs zu arbeiten, solange man Links für die eigene BIO Page, Blog o.ä. erhält.
  • Be a great Speaker: Hält man einen Vortrag, will man dass die Leute einem zuhören, schreibt man einen Blog-Artikel möchte man dass dieser gelesen, gefeiert, geteilt wird. Wenn man gute Vorträge halten kann, mit der richtigen Mischung von Witz, anschaulichen Beispielen und eine passenden Spannungsverlauf, so kann man auch einen guten Blog-Beitrag schreiben.

Jason Fried (CEO | basecamp) über 4 Suchanzeigen, über dem Top 1 SEO Ranking

Vor allem auf die beiden ersten Punkte: Publish Original Research und Take A Stand waren Crestodina wichtig. Die Fähigkeit unangenehme Fragen (Hypothesen) zu stellen und eine möglicherweise polarisierende Position dazu zu beziehen blieben mir am besten hängen. Was also ist Thought Leadership? „It challenges the thinking of the target audience, and identifies new trends and is supported by resarch“.

„Tought Leadershio challenges the thinking of the target audience, and identifies new trends and is supported by resarch“

Andy Crestodina

John Müller | Technical Onpage & Onsite Clinic

Wieder einmal hat sich John Müller die Zeit genommen und von Teilnehmern vorab eingesendete Webseiten untersucht und sich in Form eines Q&A zahlreichen Fragen der SMX-Community gestellt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der diesjährige Fokus auf den Einsatz von hreflang und in der Indexsteuerung (und Canonicals) von Seiten lag.

Wie gewohnt redet John nicht lange herum sondern springt sofort ins Geschehen und gibt sehr nützliche Tipps zur Verwendung des hreflang. So lässt sich bei beispielsweise mithilfe der Google Suche testen wie eine Website in den verschiedenen Sprach- und Ländereinstellungen dargestellt wird (https://www.google.com/search?q=querie&hl=en&gl=uk). Außerdem sei der Einsatz von hreflang bei Verwendung von nur einer Sprache zwar nicht störend, dennoch unnötig und lediglich ein potenzieller Fehlerfaktor. Bei der Verwendung zwei unterschiedlicher Sprachen (z.B. de und en) unterscheidet John etwas: Für brand queries mache die Nutzung des hreflang durchaus Sinn, bei Suchanfragen in einer spezifischen Sprache erkenne Google jedoch anhand der gewählten Sprache, welche Variante relevant für den Nutzer sei. Außerdem weißt er darauf hin, dass es bei der Nutzung von gleichen Sprachen (z.B. Deutsch im Raum GSA) im Search Console Report zu Unstimmigkeiten kommen kann und dieser besser nicht beachtet werde. Grund dafür sei, dass Seiten als Duplikate erkannt werden und das hreflang die URLs (jedoch nicht die Inhalte) austauscht. Für die Suchergebnisse sei das kein Problem, aber die Search Console könne dies nicht abbilden und der Report sollte daher ignoriert werden.

Im zweiten Teil seines Tracks widmen sich John der beliebte Q&A, die mal wieder gespickt mit zahlreichen Fragen war. Hier 10 der wichtigsten Aussagen:

Take-Aways

  • F: Kann man sagen die site query Abfrage entspricht der indexierten Seiten?
  • A: Nein, da in der site Abfrage ebenfalls historische URLs angezeigt werden, die Google bereits als Duplikat erkannt habe. Die site Abfrage gebe jedoch eine grobe Abschätzung ob es sich bei der untersuchten Website um eine eher kleine oder größere Website handelt.
  • F: Ebenfalls hreflang: Ist anderer Inhalt auf Produktseiten bereits ein anderer Preis und Versandkosten?
  • A: Ja, auch hier empfiehle es sich bereits ein hreflang zu setzen.
  • F: Welche Version sollte als X-Default ausgezeichnet werden, wenn es keine übergreifende Domain gibt (da bspw. nur mit ccTLDs gearbeitet wird)?
  • A: Das X-Default tag mache durchaus Sinn, sei jedoch kein Muss. Sollte keine übergreifende Domain vorhanden sein, mache es hier ggf. Sinn die englische Variante auszuzeichnen.
  • F: Wie macht Google fest, ob eine Website bereit für den Mobile First Index ist?
  • A: Beim Crawl werde geprüft ob die Desktop und Mobile Variante ähnlich seien. Dies beziehe sich auf Inhalte (Text, Bilder etc.), als auch Meta Data und Structured Data. Des Weiteren prüfe Google ob sich die Mobile Version genauso schnell crawlen lässt wie die Desktop Variante.
  • Zusatzfrage: Kann es negative Effekte haben, wenn auf der Mobile Variante weniger Inhalt angezeigt wird?
  • A: Ja kann es, wenn es sich bei der Mobilen Version bspw. um eine m.Domain handelt und sich diese unterscheidet. Bei responsiven Seiten sei das eigentlich kein Problem, da der Inhalt dort vorhanden sei.
  • F: Sollte man bei 10.000 Produktseiten überlegen welche auf noindex zu setzen, wenn nicht jedes Produkt hohes Suchvolumen hat?
  • A: Womöglich könne die Relevanz der einzelnen Seiten gering ausfallen. An Stelle von noindex solle deshalb versucht werden verschiedene Varianten der Produkte eher
  • F: Sollte man bei 10.000 Produktseiten überlegen welche auf noindex zu setzen, wenn nicht jedes Produkt hohes Suchvolumen hat?
  • A: Womöglich könne die Relevanz der einzelnen Seiten gering ausfallen. An Stelle von noindex solle deshalb versucht werden verschiedene Varianten der Produkte eher „zusammenzuklappen“ und diese nicht als eigene URLs darzustellen. Für einzelne Varianten könne es Sinn machen, diese zu indexieren.
  • F: Wie geht man am besten mit Produktvarianten in der Sitemap um?
  • A: Sofern diese nicht relevant für eine Indexierung seien, sollten sie mit einem Canonical auf die Originalquelle versehen und in der Sitemap nur die kanonische URL aufgenommen werden
  • F: Sollen Seiten wie Impressum, Datenschutz etc. auf Noindex gesetzt werden?
  • A: Nein, Google kenne diese Art von Seiten sehr gut und wisse damit umzugehen. Wenn dies jedoch explizit gewünscht sei, sei das auch ok.
  • F: Macht die Anweisung noindex, follow auf Paginierungsseiten überhaupt Sinn?
  • A: Noindex, follow entspriche aus Google Sicht eher einer Soft 404 Seite. Daher nehme der Wert der Links auf nachfolgenden Paginierungsseiten stark ab. Zwar finde der Crawler die darauf verlinkten Seiten, die SEO-Relevanz nehme jedoch stark ab.
  • F: Was kann ich tun um gegen Soft 404 Fehler vorzugehen?
  • A: Ein Soft 404 wird anzeigt, wenn Google Seiten ohne Inhalt findet. Um diese abzubauen können entsprechende Seiten entweder entfernt oder um relevantem Inhalt ergänzt werden.
  • F: Haben Bewertungen von TrustPilot etc. oder eigene Produktbewertungen Einfluss auf das Ranking?
  • A: Hier war John etwas vorsichtig und antwortete mit „ich weiß nicht, denke aber nicht.“ Die Seiten werden erstmal gesondert betrachtet. Was John jedoch generell empfiehlt sei  Produktseiten mit Bewertungen und Rezensionen anzureichern, da diese oftmals hilfreich sein können und einen Mehrwert für den User bieten.

Am Ende gab es noch eine weniger SEO-relevante aber dennoch sehr interessante Frage, die immer wieder aufkommt:

  • F: Hat Google eigene Redakteure für Sportevents oder werden die Daten grundsätzlich extrahiert?
  • A: Google habe keine eigenen Redakteure sondern kooperiere mit Datenlieferanten, die die aktuellen Daten zur Verfügung stellen.

Wie immer hat sich John viel Zeit für die zahlreichen Fragen genommen und am Ende sogar noch 15 Min. extra draufgelegt. Seine Tracks gehören immer zu meinen persönlichen Highlights, da er tiefe Einblicke und gute Hinweise zu aktuellen Fragen und Problemen gibt.

Markus Hövener & Christian Kunz | SEO Fine Tuning Session

Markus und Christian haben sich die aktuellen Entwicklungen und Änderungen der letzten Wochen und Monate angeschaut und die bisherigen Best Practice Cases gegenübergestellt. Was gestern noch funktioniert hat, ist heute schon nicht mehr up to date und auch Google nimmt kontinuierlich Änderungen vor, die sie mal mehr, mal weniger, kommunizieren. Den Track haben sich die beiden aufgeteilt und unterschiedliche Themen besprochen.

Dabei ging es bei Markus im ersten Thema um die von Google neu eingeführten Meta-Tag-Attribute für die Steuerung der Snippets. Mit Blick auf Frankreich und dem dortigen Streichen der Snippets können die neuen Tags verwendet werden, um beispielsweise die maximale Textlänge für einen Ausschnitt der Seite anzugeben. Außerdem weist er darauf hin, dass das Thema Mixed Content, also die Verlinkung von https- auf http-Inhalte zukünftig zu immer mehr Problemen führen wird. Schon jetzt sendet Google Hinweise an Website-Betreiber und der Chrome-Browser zeigt Warnungen an. Um zu prüfen ob die eigene Website von Mixed Content betroffen ist, empfiehlt sich die Nutzung von Crawlern.

SEO Fine Tuning: Neue Meta-Tag prophylaktisch in alle Inhalte einbauen!

SEO FIne Tuning #1: Neue Meta-Tags

Als weiteres Thema spricht Markus über Self Serving Reviews und das Bewertungen nur noch für Produkte verfügbar sind und angezeigt werden. Aufgrund einer höheren CTR wurden die beliebten Sternchen-Ratings oftmals für das eigene Business und Organisationen verwendet. Dies ist zukünftig nicht mehr möglich. Wenn es um das Thema Snippets und Rich Results geht, gilt es nur noch auf Schema.org zu setzen, da weitere Markups zukünftig nicht mehr unterstützt werden. Hier empfiehlt es sich regelmäßig bei Google vorbeizuschauen, um sich über neue Markups und Änderungen zu informieren. Als weiteren Hinweis nennt er noch Änderung im Umgang mit noindex in der Robots.txt und dass dieses zukünftig nicht mehr unterstützt wird. Sollen Seiten von der Indexierung ausgeschlossen werden, gilt es weiterhin den entsprechenden Tag auf der jeweiligen Seite im <head> zu setzen.

Christian befasst sich mit dem Udpate in den Featured Snippets und weist darauf hin, dass es zukünftig keine Doppelrankings in den SERPs mehr möglich ist. Außerdem werden jetzt Featured Snippets, die bisher auf der rechten Seite in den Suchergebnissen dargestellt wurden, direkt auf Position 1 anzeigt. Im Umgang mit dem tag nofollow informiert er über die neuen tags ugc (user generated content) und sponsored für sponsored Links. Dabei zeigt er die Unterschiede der einzelnen tags zueinander und wie diese zukünftig zu nutzen sind. Kleiner Tipp: wenn man sich unsicher ist, weiterhin erstmal nofollow verwenden. Als letztes Thema spricht Christian über die Paginierung und dem Wegfall von rel-next und rel-prev. Hierbei gibt er Tipps wie zukünftig mit Paginierungen umgegangen werden soll und dass beispielsweise Content-Paginierungen und Listen in Bezug auf Indexierung und Verlinkung differenziert behandelt werden sollten. Außerdem weist er nochmal darauf hin, dass Suchmaschinen wie Bing etc. weiterhin rel-next und rel-prev beachten.

Der Wegfall von rel-next und rel-prev

SEO Fine Tunig #2: rel next / rel prev

Christian und Markus zeigen nicht nur einen super Überblick über die aktuellen Änderungen und Entwicklungen, sondern bieten im gleichen Moment auch Lösungsvorschläge dazu an. Das macht den Track nicht nur sehr informativ, es hat auch direkten hands on Charakter. Wir konnten viel mitnehmen und werden nächste Woche gleich die ersten Themen angehen.

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